Jahreswechsel 2025 / 2026 in Nordfrankreich

11.12.2025

Simba ist vorbereitet und scharrt ungeduldig mit den Vorderrädern. Und nicht nur er will endlich los, wir können es alle kaum abwarten. Heute geht es, wie schon einmal in diesem Jahr, zuerst bis Landau in der Pfalz. Dort gibt es diesen kostenlosen Stellplatz an den Sportanlagen. Von dort können wir dann morgen durch Luxemburg und Belgien nach Frankreich und dort nach Sedan fahren.

Unseren ursprünglichen Plan, von Sasbachwalden über Nemours in Richtung Mont Saint-Michel/Atlantikküste und Normandie zu fahren, haben wir aufgrund der Wettervorhersagen über Bord geworfen und beschlossen, die Strecke entgegengesetzt abzuwickeln. Vorteil dieser Route ist, dass wir hier noch viel Neuland haben und wir haben überlegt, dass es schade wäre, wenn wir den Urlaub in bekannten Gefilden verbringen und zum Ende des Urlaubs nur noch wenig Zeit bleibt, Neues zu entdecken.
 

12.12. 2025

Sedan

Für heute ist die Übernachtung in Sedan auf einem CCP geplant und der Platz sogar reserviert. Wir wollen zum Einkaufen und dann den ersten Abend in Frankreich genießen. Hier kennen wir uns aus, wissen, dass der E.Leclerc „um’s Eck“ ist und haben uns beim letzten Mal pudelwohl gefühlt.
 

13.12.2025

Weiterreise und Bray-Dunes

Wir fahren nach einer ruhigen Nacht weiter. Bei Morgengrauen stimmen viele bis sehr viele Krähen und / oder Raben ein Konzert an, was angesichts der wenig melodischen Stimmen nicht gerade ein Ohrenschmaus ist. Gassi, frühstücken und los geht es in Richtung Küste.

Das Wetter ist nur mittel bis schlecht, neblig durchsetzt mit Nieselregen, als wir wiederum durch Belgien nach Bray-Dunes fahren, einfach nur trostlos. Dann sehen wir am Horizont blauen Himmel, es wird heller. Wir erreichen die ersten Flecken, die von den Sonnenstrahlen getroffen werden. Es handelt sich hierbei um Grenze zu Frankreich. Bei schönstem Wetter fahren wir zur Küste.

Einige Kilometer, bevor wir nach Bray-Dunes kommen, sehen wir als Weihnachtsmänner verkleidete Motorradfahrer, die ihre liebevoll geschmückten Maschinen besteigen. Alles glitzert und glänzt und ist weihnachtlich geschmückt. Der Anblick trifft uns so unvorbereitet, dass wir noch nicht einmal zum Fotografieren kommen.

Wir fahren zum Stellplatz und freuen uns über die Tatsache, dass wir reserviert haben. Der noch ziemlich neue Platz ist fast voll. Wir richten uns ein; schließlich wollen wir zwei Nächte bleiben.

13.12.2025

Bray Dunes und die Operation "Dynamo"

Wir wandern den endlosen Strand entlang in Richtung Dunkerque. Bei Ebbe sieht man Wracks, die vor 85 Jahren auf Grund gelaufen, versenkt oder aus anderen Gründen untergegangen sind. Die Atmosphäre ist bedrückend und die Vergangenheit wird in ihrer gesamten Grausamkeit plötzlich Realität. Eine Zusammenfassung der KI der damaligen Geschehnisse, die mir gar nicht so bewusst waren:

Operation Dynamo: Die Evakuierung von Dünkirchen 1940

Die Operation Dynamo war eine militärische Evakuierungsaktion der britischen Admiralität während des Zweiten Weltkriegs, die vom 26. Mai bis zum 4. Juni 1940 stattfand. Sie diente dazu, das britische Expeditionskorps (BEF) sowie Teile der französischen Armee, die von deutschen Truppen bei der nordfranzösischen Hafenstadt Dünkirchen (Dunkerque) eingekesselt waren, über den Ärmelkanal nach Großbritannien in Sicherheit zu bringen.

Chronologie und Geschehnisse

* Vorgeschichte: Nach dem schnellen deutschen Vorstoß durch die Ardennen (Sichelschnittplan) im Mai 1940 waren große alliierte Einheiten in Nordfrankreich und Belgien abgeschnitten und zum Rückzug an die Küste gezwungen. Deutsche Panzerverbände erreichten am 20. Mai 1940 die Kanalküste und drohten, die alliierten Truppen vollständig einzukesseln.

* Der Haltebefehl: Ein überraschender Haltebefehl Hitlers und des Oberkommandos der Wehrmacht am 24. Mai 1940 verschaffte den Alliierten ein kritisches Zeitfenster, um einen Verteidigungsring um Dünkirchen aufzubauen und die Evakuierung vorzubereiten. Die eigentlichen Angriffe der Panzer begannen erst am 26. Mai wieder.

Die Evakuierung: Die Evakuierung erfolgte unter ständigem Beschuss, insbesondere durch die deutsche Luftwaffe, die den Hafen und die Strände angriff.

  * Die Royal Navy koordinierte die Aktion. Unterstützt wurde sie durch eine "bunte Ansammlung" von rund 850 zivilen Schiffen, den sogenannten "Little Ships of Dunkirk" (darunter Fischerboote, private Yachten und Vergnügungsdampfer), die die Soldaten von den flachen Stränden zu den größeren Kriegsschiffen brachten.

  * Schlechtes Wetter und niedrige Wolken behinderten die deutsche Luftwaffe an einigen Tagen, was der Evakuierung zugutekam.

  * Die Royal Air Force (RAF) flog Jagdschutzeinsätze, um die deutschen Luftangriffe abzuwehren, obwohl dies von den Soldaten am Boden aufgrund der Gefechtshöhe oft nicht wahrgenommen wurde.

Ergebnis und Folgen
* Gerettete Soldaten: Insgesamt konnten 338.226 alliierte Soldaten (darunter etwa 110.000 bis 140.000 Franzosen und Belgier) bis zum 4. Juni 1940 nach England übergesetzt werden.

* Verluste: Etwa 40.000 alliierte Soldaten konnten nicht mehr evakuiert werden und gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft, als die Stadt am 4. Juni fiel. Zudem verlor die britische Armee fast ihr gesamtes schweres Kriegsgerät, darunter etwa 50.000 Fahrzeuge und alle Arten von Waffen. Auch die Royal Navy erlitt hohe Verluste an Schiffen.

* Bedeutung: Trotz der militärischen Niederlage in Frankreich wurde die Operation Dynamo zu einem moralischen Sieg und einem Symbol für den Kampfeswillen und Zusammenhalt der Alliierten ("Dunkirk Spirit"). Die geretteten Soldaten bildeten die Grundlage für die spätere britische Armee.

15.12.2025

Calais
 

Wir nehmen heute Morgen Abschied von unserem langen breiten Strand in Bray-Dunes und machen uns auf den Weg. Ein Stellplatz gefällt uns nicht, bei einem anderen gibt es Höhenbeschränkungen. So kommen wir bis Calais, wo wir wiederum auf einem CCP-Platz stehen für € 15,00. Allerdings müssen wir telefonisch um Hilfe bitten, da die Schranke nicht funktioniert. Nach einigem Hin und Her und eine halbe Stunde später können wir uns niederlassen.  Jan macht einen  Rundgang mit den Hunden - die Stadtbesichtigung als solche sparen wir uns, auch wenn Calais schön sein soll. Uns ist es zu viel Stadt. Wir sind halt Landeier. 

16.12.2025

Wir haben gut geschlafen und wollen weiter. Auch bei der Ausfahrt geht es wieder von Neuem mit dem Telefonieren los, allerdings öffnet sich die Schranke nun schon bei dem zweiten Versuch.

Heutiges Ziel ist ein kostenloser Platz am Cap Gris-Nez, der wirklich wunderschön gelegen ist. 
Eigentlich hätten wir heute hier bleiben wollen, aber leider ist es verboten, über Nacht zu bleiben. Also machen wir nur einen Spaziergang und genießen die wundervolle Aussicht bis hin zu den Kreidefelsen von Dover.

Wir fahren weiter an der Küste entlang nach Boulogne-sur-Mer. Wir zahlen € 9,90 für 24 h mit Ver- und Entsorgung. Strom gibt es nicht, Wasser kostet extra. Bezahlt wird mit Karte am Automaten an der Schranke gegen Ticket. Es leuchtet kurz eine sechsstellige Ziffernfolge auf, es wird kein Ticket ausgestellt, aber die Schranke geht auf. Der Platz gehört uns. Ein paar hundert Meter vor uns die Stadt, unter uns der Strand. Es ist einfach nur schön. Mal sehen, wie wir hier ohne Ticket und Code wieder wegkommen.

Auch hier können die Hundekrümel am Strand springen und sind begeistert.

17.12.2025

Hurra, wir sind wieder frei! Es gibt Notfallnummern, die man bei Problemen kontaktieren kann, steht auf dem Schild an der Schranke zu lesen. Das haben wir uns gestern Abend gespart. Heute schreiben wir gleich morgens eine SMS (die KI hat übersetzt), das bleibt allerdings ohne Folgen. Also dann doch anrufen. Die erste Dame kann nur französisch und verbindet mich daher weiter.

Die letzten vier Ziffern der Karte, mit der bezahlt wurde, will sie. Hm, war die Karte des Gatten ... Okay, dann gibt es keinen Code, sondern es wird ein Mitarbeiter geschickt, so in 5 bis 10 Minuten wird der da sein. Okay, der Gatte ist mit den Hunden unterwegs. Ich fahre schon mal den Wagen von den Keilen. Der Gatte naht. Es vergeht die Zeit, niemand kommt. Ich rufe wieder an. Ist denn der Mitarbeiter noch nicht ...? Nein, er ist nicht, aber ich habe die Kontodaten. Fein, wir bekommen den Code und sind frei.

Am nächsten Platz, zu dem wir wollen, geht die Schranke nicht auf, man soll anrufen. Nee, vielen Dank, ich mag heute nicht mehr telefonieren, um Schranken zu öffnen.

Wir fahren weiter und sind nun in Cayeux-sur-Mer angekommen. Wir stehen wieder auf einem CCP für 15 Euro inkl. Strom und mit der Nase in den Dünen. Der Strand ist womöglich noch schöner und breiter als die vorherigen und die Kleinen springen und rennen und genießen das Wasser.

Da wir uns noch nicht sicher sind, wie sich das Wetter entscheiden wird, entscheiden wir uns auch nicht. Zumindest morgen bleiben wir noch. Ich werde morgen auch etwas arbeiten müssen.

18.12.2025

Wir bleiben noch eine Nacht. Wir wollen mit den Zwergen an diesen tollen Strand, damit sie springen und toben können. Allerdings haben wir die Rechnung ohne die Flut gemacht, also steigen wir über einige Kieswälle. Ich ahne bereits, dass ich künftig zumindest zeitweilig noch einen weiteren Begleiter haben werde: einen ausgewachsenen Muskelkater. Zoe und Maxl haben Spaß und verschwinden in einem der Täler zwischen den Kiesbergen. Wir rufen - nix. Wir gehen nachsehen, was da los ist. Ein widerlich stinkender Kadaver liegt dort. Keine Ahnung, was das mal war. Wir müssen unsere Terrier an den Geschirren wegziehen. Die Hunde stinken, die Geschirre stinken und auch unsere Hände.

Am Nachmittag arbeite ich, Jan und die Kleinen gehen zurück an den Strand, der Dank Ebbe auch wieder in voller Breite da ist. 

19.12.2025

Yes! Wir sind in der Normandie!!! Erst mal einkaufen gehen und uns für das Wochenende versorgen.

Wir haben auf einer Klippe etwas außerhalb von Le Tréport einen Stellplatz gefunden. Eigentlich sind hier zwei Stellplätze, einer mit und einer ohne Strom. Wir nehmen den mit Strom für 12 € für 24 h. Auf der anderen Straßenseite gibt es einen schmalen Weg am Rande der Klippe und danach nur noch Aussicht. Das Wetter spielt auch mit. 

20.12.2025

Pünktlich um 09.00 Uhr erscheint der angekündigte Bäcker mit Baguette und Croissants. 

Wir wollen heute die Stadt ansehen. Um in die Stadt hinunter zu kommen, geht man über 365 mehr oder weniger gleichmäßig behauene Stufen hinunter. Dann ist man am Hafen, es ist Markt und nahezu jeder (gefühlt noch viel mehr) mit Hund. Maxl hat alles vergessen, was er mal gelernt hat und quittiert jeden Vierbeiner mit hysterischem Gebell.

Davon unabhängig gibt es wunderschöne alte Häuser entlang der "Hafenpromenade". Überragt wird die Stadt von der erhöht gelegenen Église Saint-Jacques. Wir schlendern über eine Metallbrücke und bestaunen eine Schleuse unter uns. Kaum haben wir den ersten Fuß auf festen Grund setzen, ertönt ein markerschütterndes Sirenensignal und die Brücke schwingt langsam zur Seite. Der Schleusenwärter hat geduldig gewartet, bis Familie Weißer fertig gestaunt und gebummelt hat.

Der Rückweg zum Stellplatz führt uns nicht über die Stufen, sondern wir fahren mit der Funiculaire Le Tréport, einer Zahnradbahn von 1908, nach oben und kommen nur wenige Meter vom Stellplatz entfernt an. Die Zahnradbahn wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dann zunächst nur teilweise in den sechziger Jahren in Betrieb genommen. Seit 2006 ist sie wieder im Dauerbetrieb und kann von jedem kostenlos benutzt werden.

21.12.2025

Wir planen, Weihnachten in Honfleur zu verbringen und bewegen uns daher zielstrebig weiter westwärts.

Für heute und für die Nacht stehen wir in Saint-Valery-en-Caux kostenfrei an der Einfahrt zum Hafen direkt am Meer und am Fuß der Klippen. Wir wandern am Strand entlang, der wiederum aus wenigstens faustgroßen Kieselsteinen mit mehreren Wellentälern besteht. Meine Waden jaulen mit dem Muskelkater im Chor. Die Gezeiten schwappen am Strand hoch und erwischen mich voll und ganz. Eine Welle greift an und landet in meinem Gummistiefel. Das Wasser ist wärmer als erwartet.

22.12.2025

Morgens ist Ebbe und wir haben mehr Raum zum Laufen. Der Untergrund ist kein Sand, sondern eher eine Buckelpiste aus gehärteter Kreide. Meine Waden wimmern nur noch leise.

Weiter geht es nach Honfleur. Auf dem Stellplatz ist noch Platz, aber wir müssen mehrere Stromsäulen ausprobieren, bis irgendwann mal etwas fließt. Der Platz wird leider nicht gepflegt, liegt aber unschlagbar gut in fußläufiger Nähe zur Altstadt und dem Weihnachtsmarkt.

Am Spätnachmittag, als es anfängt, dunkler werden, machen wir uns auf die Socken - ohne Hunde. Einige Boote sind weihnachtlich geschmückt und die ganze Altstadt glitzert und glänzt. Der Weihnachtsmarkt, nun ja, ein Weihnachtsmarkt halt mit ein paar Buden, nicht so das unsere. Wir gehen lieber durch die ruhigeren Straßen und kommen so zur Église Sainte-Cathérine. Dies ist die größte Holzkirche Frankreichs, die im 15./16. Jhd. von Schiffsbauern errichtet wurde. Die Schiffsbauer haben ihr Wissen zugrunde gelegt und die Kirche als umgedrehten Schiffsrumpf angelegt. Da wir nicht sicher sind, ob fotografieren erlaubt ist, machen wir (leider) nur einige, wenige Fotos und sind aber tief beeindruckt sowohl von dieser ungewöhnlichen Kirche wie auch von der riesigen liebevoll aufgebauten Krippe.

23.12.2025

Das Wetter spielt nicht mit und der Stellplatz in Honfleur ist irgendwie nicht so wie in der Erinnerung. Wir werden weiterziehen.

Im Moment stehen wir nun auf einem CCP in Sainte Marie du Mont oder anders gesagt am Utah Beach. Ob wir hier Weihnachten verbringen, wissen wir nicht. Das ist das erste Mal, dass uns ein CCP-Platz nicht gefällt, aber für eine Nacht reicht es. Wo wir unsere Weihnachtskrippe endgültig aufstellen, wissen wir immer noch nicht.

24.12.2025

Die Nacht ist anders. Sturmböen rütteln am Auto, mal mehr, mal weniger und es pfeift. Der kleine eigentlich recht freche Rüde schlupft zu Mami unters Bettdeck - sicher ist sicher.

Der Sturm bleibt tagsüber und soll stärker werden, aber wenigstens schaut gelegentlich mal die Sonne vorbei. Es ist nicht schön, aber die Lamas und Esel sagen, wir sollen bleiben. Und unterm Strich ist es ja Wurscht. Stürmische 7°C, aber wir stehen einigermaßen geschützt.

Morgen soll es noch stürmischer werden. Ein paar kurze Ausflüge an den Strand, der breit und weit ist, mehr ist nicht drin. Aber das Wetter wird dann nach Weihnachten besser verspricht die Vorhersage.

Wir nehmen die Fellnasen und machen einen schönen Strandspaziergang. Teilweise ist es schwer, die gewollte Richtung beizubehalten, so arg bläst der Wind. Die Kleinen können rennen und toben und so kommen wir alle glücklich und zufrieden zurück zu Simba. 

26.12.2025

Alles unverändert, der gestrige Tag verlief komplett unspektakulär. 

Heute wollen wir weiter nach Gatteville-le-Phare, zu einem Stellplatz, der zu einem im Winter geschlossenen CP gehört. Wir müssen sogar reservieren. Gesagt, getan. Zwei Nächte kosten uns € 37,52 inklusive zwei Hunden, Strom, Wasser sowie Ver- und Entsorgung.

Es bleibt stürmisch, wenn auch nicht so stark wie die letzten Tage. Die Fahrt führt durch Barfleur, aber da wir das Örtchen schon kennen, fahren wir nur durch, machen einen Abstecher in einen Intermarché und sind dann auch gleich da.

Wow! Für uns ist gleich der erste Platz neben einer Hecke in erster Reihe zum Meer reserviert. Die Plätze sind groß und sauber. Tür auf und noch mehr wow. Das erste Mal im Urlaub riecht es auch nach Meer, würzig, salzig, nach Algen und Austern.

Wir richten uns ein und machen einen kurzen Erkundungsgang am Strand. Es ist Flut und wir kommen nicht allzu weit. Den Leuchtturm können wir vom Platz aus gut sehen. Wir sind zufrieden.

27.12.2025

Heute machen wir einen Ausflug zum Leuchtturm, der größte Teil des Weges führt uns, da wir jetzt Ebbe haben, direkt am Wasser entlang. Die Kleinen können wir leider nicht springen lassen, da sich die Straße direkt neben dem Strand befindet, auch wenn sie nicht viel befahren ist. Das Wetter ist toll, wenn auch windig.

28.12.2025

Leider haben wir uns nur für zwei Nächte eingemietet und müssen daher weiter. Rätselraten, was, wann, wohin und für wie lange. Das gute Wetter möchte jetzt eigentlich Pause machen, was wir nicht gutheißen können. Hier oben an der Küste der Contentin-Halbinsel gibt es zwar Campingplätze, aber die sind im Winter geschlossen. Stellplätze gibt es nicht viele und welche mit Strom noch weniger. Die nächsten Plätze auf der Liste sind ausschließlich für autarkes Stehen geeignet. Dafür sind wir zwar eigentlich auch gerüstet, aber dann muss es schon etwas sonnig sein. 

Also müssen wir weiter überlegen. Wir fahren erst einmal los. 

Heute müssen wir Wäsche waschen und bei dem bereits bekannten Intermarché gibt es Waschmaschinen und Trockner. Wir füttern dort die 20 kg-Waschmaschine, gehen einkaufen und dann ist die Wäsche auch fast durch. Noch eine halbe Stunde in den Trockner und wir können los. Als Ziel haben wir uns einen Wohnmobilparkplatz am Fährhafen von Cherbourg ausgesucht. 

Das Wetter wird zunehmend ungemütlicher. Nur kurz mit den Hunden vor die Tür, und dann wieder zurück ins Mobil, mehr gibt das Wetter nicht her Außerdem muss die Qualifikation zum ersten Springen der Vierschanzentournee angesehen werden - das ist Tradition.

29.12.25

Es ist noch immer kalt. Die Temperaturen sind mittlerweile bei 0°C angekommen. Jan hat über Nacht gedacht und teilt nun seine Überlegungen mit, ernst mit Grabesstimme: Es soll noch kälter werden, hier überall, wir müssen fort, wir müssen in die Bretagne ausweichen, am besten erst nach Quiberon und dann nach Landunvez, dort ist das Wetter besser, sonniger und wärmer. Ganz entgegen meinem Naturell widerspreche ich nicht, sondern mahne Jan zur Eile. Gassi, Fotos und Start.

29.12.2025

Und so stehen wir wieder am Zaun in Quiberon, mehr oder weniger direkt am Strand und sind zufrieden, wieder in der Bretagne und ein ganzes Stück näher an „daheim“ zu sein. Wir haben uns für vier Nächte eingemietet und zahlen pro Nacht mit Strom und Zugang zu WC und Dusche € 14,90.

Von dem Platz, den  wir uns ausgesucht haben, werden wir verjagt - der war reserviert. Wir stehen jetzt zwei Plätze hinter dem vom letzten Jahr. Gekocht, mit dem Chef telefoniert und schwupps kommt gerade noch, kurz bevor es dunkel wird, die Sonne durch. 

30.12.2025

Lass uns in die Bretagne fahren, hat er gesagt. Dort ist besseres Wetter, hat er gesagt. Ist nicht so stürmisch, hat er gesagt. Wir sind hier, der Sturm tobt, das Meer schäumt. Wirklich alles richtig gemacht? Wetter-Apps kichern leise, sie strecken uns Vorhersagen entgegen, die sagen, es wird sicher besser.

Ganz hinten am Horizont glüht ein Lichtlein. Die Sonne kämpft gegen die Wolken an, sie gewinnt die Schlacht, aber nicht den Krieg. Die Sonne kommt aber immer wieder mal durch, die Wolken kommen und gehen. Was bleibt, ist der Sturm.

Ein Kite-Surfer nutzt Gunst und Stunde. Er surft vor unserem Stellplatz auf und ab. Die Geschwindigkeit, die der Mann erreicht, sind atemberaubend. Ein zweiter kommt hinzu, der immer wieder mal einige Meter abhebt. 

31.12.2025

Heute wollen wir noch schnell eine neue Gasbuddel holen, so dass wir keinen Engpass bekommen. Diese Idee verwerfen wir ebenso schnell, wie sie gekommen ist. Der Grund ist, dass immer mehr und neue Wohnmobile auf den Platz kommen, ein schier endloser Strom. Zwar gibt es die Möglichkeit, mit einem Schild auf dem Platz und einer Markierung auf einem Plan andere wissen zu lassen, dass hier reserviert ist, aber so weit geht unser Vertrauen dann auch nicht. Immerhin haben wir einen Platz in erster Reihe. Wenn wir mit der EcoWave heizen, können wir Gas sparen. Und da wir am Landstrom hängen, ist das alles kein Problem.

Jan schnappt sich wieder die Zwerge und macht einen Spaziergang. Ich vergnüge mich derweil damit, an den verschiedenen Laptpos Datensicherungen durchzuführen.

Auf dem Speiseplan steht für heute asiatisches Fondue. Den Topf stellen wir auf die Induktionsplatte auf dem Tisch und lassen die Brühe leise vor sich hin köcheln, 200 W. Es wird dunkel und wir freuen uns, dass es in Frankreich nicht üblich ist zu böllern.

Huch, was jetzt? Der Strom ist weg. Macht nix, das hatten wir vorhin auch schon, war gleich wieder da. Jetzt aber nicht, er ist weg und er bleibt weg. Also räumen wir traurig unsere Induktionsplatte auf, gut, wir hatten schon einen Teil gegessen, aber trotzdem ist es nicht schön. Jan geht auf Fehlersuche. Nee, bei uns ist alles ok. Wir heizen nun vorsichtig mit Gas, das muss bis übermorgen reichen, da am 01.01. in Frankreich wirklich alles geschlossen ist.

01.01.2026

00:07 Uhr bis 00:10 Uhr, es werden ganze drei Minuten Raketen vom Strand in den Himmel geschossen, danach ist es wieder ruhig. Wir überlegen, wie es ab morgen weitergeht.

Morgens ist es frisch, ich bin genervt: Der Strom ist noch immer weg. Unsere Beratungen ergeben, nicht zu warten, bis sich an der Stromversorgung etwas ändert, sondern weiterzuziehen. Ein neues Ziel ist schnell gefunden: Gâvres bei Lorient.

Wir plaudern noch kurz mit unseren Nachbarn, einem netten älteren Ehepaar, und fahren von dannen. Der neue Platz gehört zur CCP-Kette und der Weg dahin ist abenteuerlich, die Straßen werden immer enger, einmal müssen wir zurücksetzen, weil ein Weiterkommen nicht möglich ist. 

Dann kommen wir an. Der Platz liegt am Ende eines schmalen Landstreifens, der in die Bucht von Lorient ragt. Die Aussicht ist auch hier unglaublich. Man kann bis zur Insel Groix hinübersehen. Leider sind die Stellflächen auf der Wiese, um es deutlicher zu sagen, auf der nassen Wiese und matschige Spuren zeugen von den Versuchen einiger Fahrzeuge, sich zu befreien. Davon abgesehen, haben die Stromsäulen an den Stellplätzen mit Aussicht keinen Strom und die meisten anderen auch nicht. Jan findet dann zwar noch eine funktionierende Säule, aber wirklich überzeugend ist das alles nicht. Also wieder weg.

Und jetzt? Genau das, von dem wir den gesamten Urlaub gesagt haben, dass wir es dieses Mal auf gar keinen Fall machen: Das Navi wird auf Landunvez programmiert. Die genaue Anschrift brauchen wir nicht. Wir kennen uns aus.

Wir fahren zügig von Süden nach Nordwesten durch die Bretagne und lassen uns auf unserem Lieblingsstellplatz nieder. Wir sind zufrieden und glücklich.

02.01.26

Heute nimmt alles seinen normalen Lauf. Es wird erst spät hell soweit im Westen, so sehen wir dem Mond zu, der langsam hinter den Pinien versinkt. Wir müssen einkaufen und insbesondere eine Gasflasche erwerben. Wir begeben uns auf kürzestem Weg zu den Geschäften und legen einen Stop bei unserem Fischer ein. Heute gibt es Doraden.

Als wir jetzt zurückkommen, balancieren wir uns aus. Wir stehen dieses Mal auf der Anhöhe, die den Platz überragt. Von hier kann man auf’s Meer hinaus bis zum Leuchtturm (Phare du Chenal du Four) sehen. Schöner geht es nicht.

Jan geht mit den Hunden, ich habe einiges für’s Büro zu erledigen und muss mit dem Chef telefonieren. Wir haben sonnige 9°C, die Sonne lacht, von Zeit zu Zeit ziehen Wolken durch, es regnet für einige Minuten und schon ist es wieder schön. Auch das Wetter hier hat sich nicht geändert.

Wir haben für drei Tage (mehr geht nicht auf einen Schlag) gebucht und werden wahrscheinlich verlängern, aber gelegentlich mal einen Ausflug machen.

03.01.2026

Wir schlafen aus und wandern zu unserer Boulangerie. Auf dem Hinweg gehen wir am Strand entlang, so dass die Kleinen herumtoben können. Zurück, beladen mit Baguette, Croissant und Himbeer-Törtchen, nutzen wir die Straße.

Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang und feiern ein Wiedersehen mit den Felsen und Steinen, die diese unvergleichliche Landschaft formen.

Unser erstes Ziel ist die Chapelle Saint-Gonvel, die sich direkt neben uns befindet. Sie ist seit 2022 wieder eröffnet, nachdem sie restauriert wurde. So klein sie ist, so schön ist sie gestaltet, weit entfernt von Prunk und Protz.

Danach wandern wir einfach etwas den GR34 entlang.

Zurück bei Simba spielen wir noch mit den Zwergen, bevor wir zum Alltag übergehen. Jan und seine Drohne gehen mal Schauen, kommen jedoch recht schnell zurück, weil es zu windig ist. 

04.01.2026

Zu Beginn der Ebbe starten wir einen Strandspaziergang nach Porspoder. Dank der Ebbe können wir abkürzen und direkt über den Meeresboden spazieren. Wir genießen die Luft, die wechselnden Wolkenstimmungen und die kleinen Tierchen in den Pfützen. Sogar eine kleine Muräne versteckt sich in so einem Tümpel unter einem Stein. Gut, dass die Terrier sie nicht gesehen haben. Die beiden sind außer Rand und Band und können gar nicht genug schnuffeln.

Kaum, dass wir zurück sind und die Tür von Simba hinter uns zu ziehen, beginnt es für einige Minuten zu hageln, ganz kleine Körnchen gehen nieder.

Wir machen es uns gemütlich und schauen Vierschanzentournee. Morgens haben wir uns leckeres Gebäck mitgenommen, dass wir nun genüßlich verzehren. Zoe klaut sich ihren Anteil vom Teller - so unschuldig kann man eigentlich gar nicht schauen.

Jan lässt die Drohne sausen. Der vorherige Versuch, zum Leuchtturm zu fliegen, war zwar erfolgreich, aber die Datei ist viel zu groß und alle unsere Rechner verweigern sich. Hier müssen wir noch eine Lösung finden.

Einige Minuten später ist es wieder sonnig. So kennen wir unsere Bretagne.

06.01.2026

Nachdem wir den gestrigen Tag faul haben verstreichen lassen, haben wir für heute ein volles Programm: Frühstück in Melon, ein Stop am Phare Saint-Mathieu und dann noch einen kurzen Halt in Lanildut. 

Ab morgen soll das Wetter deutlich schlechter werden. Wir werden sehen, ob sich diese Vorhersage erfüllt.

Also stehen wir für unsere Urlaubsverhältnisse früh auf, kaufen Baguette und Tartes, um dann in Melon auf dem Parkplatz des Chenal zu frühstücken. Der Himmel wird heller und verfärbt sich orange-rosa. Wir beobachten einen Regenbogen, der sich nach und nach aufbaut, bis er schlussendlich die gesamte Bucht überspannt.

Der nächste Halt ist am Phare Saint-Mathieu. Auch wenn wir hier schon jeden Stein kennen, ist der Leuchtturm mit der angrenzenden Ruine immer wieder ein Erlebnis. Wir wollen wieder an der Klippe parken und müssen feststellen, dass diese ganzen Parkplätze mit einem kleinen Erdwall verschlossen wurden. Am Leuchtturm selbst darf kein Wohnmobil parken und die zwei Parkplätze, die übriggeblieben sind, sind auch nur so mittel.

Wir wandern ein wenig an der Küste entlang und genießen die verschiedenen Ausblicke auf den Leuchtturm. 

Es gibt ein Museum, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg befasst. Das Museum an sich ist zwar geschlossen, aber wir können uns am Parkplatz umsehen.

Auf dem Rückweg wollen wir am Fort Berthaume vorbeischauen, das wir noch nicht kennen. Dort finden wir auch einen Stellplatz, der für Fahrzeuge zwar geschlossen ist, aber zu Fuß begangen werden kann. Wir können sogar bis hinüber zur Point du Raz sehen. Diesen Abstecher sparen wir uns dieses Mal allerdings.

Als nächstes halten wir in Lanildut am Hafen. Ee ist zwar schön wie immer, aber wenig spannend, da gerade Ebbe herrscht und von den Algenfischern naturgemäß nichts zu sehen ist. Wir schauen uns etwas um, kaufen T-Shirts und machen uns auf den Heimweg. Wir haben Hunger und sind dankbar, dass wir heute in der Früh Tarte de framboises und Tarte au citron erworben haben. Nur gut, dass der Urlaub auf sein Ende zu geht. Noch eine Weile und wir würden dank der Leckereien die 4 t-Grenze von Simba sprengen.

07.01.2026

Heute hält sich das Wetter an die Vorhersage und es regnet mehr oder weniger ständig. Jan und die Hunde nutzen trockene Phasen, um vor die Tür zu gehen. Ich habe einen produktiven Arbeitstag und wir räumen dann auch schon mal alles zusammen.

Wettervorhersagen der unterschiedlichsten Apps sind vom Grundsatz einig: Es wird hier in der Bretagne stürmisch und die Angaben für die Windstärken reichen von 105 bis 118 km/h. In Deutschland und Zentral-Frankreich soll es unendlich viel geschneit haben, so dass mit einigem Verkehrschaos zu rechnen ist. Angesichts dieser Aussagen denken wir uns, dass es Sinn macht, sich für die Heimfahrt einen Tag mehr Zeit zu nehmen.
 

08.01.2026

Wir verabschieden uns von unserem Stellplatz in Saint Gonvel, legen letzten Stop bei der Boulangerie ein, lauschen dem Gespräch alter Seebären, die sich über die möglichen Auswirkungen des angekündigten Sturms unterhalten, kaufen ein und machen uns dann schlussendlich auf den Weg.

Es ist stürmisch, es regnet und wir haben den ersten Tag mit durchgehend schlechtem Wetter.

Als Ziel haben wir uns einen Stellplatz in Rouen auf einer Insel in der Seine ausgesucht, bekommen dann aber doch Bedenken, ob es die richtige Wahl bei Sturm und Regen ist.  

Vor uns taumelt ein grauer Pkw über beide Spuren. Nach einer Weile nehmen wir allen Mut zusammen und überholen. Fahrer ist ein uralter Mann, abgemagert bis auf die Knochen mit Atemschläuchen in der Nase. Hoffen wir, dass er da ankommt, wo er hin will und nichts weiter passiert.

Der Sturm wird stärker zu und wir suchen nun nach einem anderen Stellplatz. Wir stoßen dabei auf einen in Campigny, der ca. 1 Stunde vor Rouen liegt. Der kleine Ort ist nicht beleuchtet oder so sehen wir auch keine Schilder. Dann entdeckt Jan beim zweiten Anlauf zwei kleine Schilder, eines links und eines rechts eben der Einfahrt. Wir fahren auf den winzigen Platz, der aber immerhin etwas Schutz gegen das Wetter bietet. Wir stehen allein ohne alles gegen eine freiwillige Spende. Wir spenden 8 €.
 

09.01.2026

Die Nacht ist schrecklich, der Sturm hämmerte wütend auf unseren armen Simba ein und lässt ihn bedenklich wanken, Regengüsse klatschen ans Auto. Schlafen können wir eigentlich immer nur phasenweise.

Heute sind wir, entgegen unserem ursprünglichen Plan, nicht gleich in der Frühe weitergezogen, sondern haben abgewartet, bis der Wind sich noch etwas abgeschwächt hat und sind dann gegen 10.30 Uhr gestartet. Das Wetter ist zwar nicht wirklich gut, aber doch wesentlich angenehmer als gestern. Für heute haben wir einen CCP-Stellplatz, 45 km vor Reims als Ziel und hoffen, gegen 15.00 Uhr dort einzutreffen. Dort sollen ein paar Teiche sein und die Kleinen, die gestern und heute alles klaglos mitgemacht haben, können dann hoffentlich wieder ein wenig springen.

10.01.2026

Als heutiges Ziel haben wir Sarreguemines (Saargemünd) nahe der deutschen Grenze bestimmt. Hier gibt es einen CCP, den wir kennen und von dem wir wissen, dass wir nicht auf matschiger oder gefrorener Wiese stehen müssen.

Gegen 08.00 Uhr starten wir und kommen gut voran, bis dann kurz vor Verdun die Straße unangenehm rutschig wird. Obwohl wir keine Freunde der mautpflichtigen Autobahnen sind, beschließen wir, auf die A4 zu wechseln.

€ 19,80 (Maut) später und eine Stunde früher als zunächst prognostiziert, erreichen wir unseren Stellplatz. Wir teilen den Platz mit lediglich einem weiteren Wohnmobil und im Moment regnet es nicht. Evtl. soll es nachts etwas schneien, aber das werden wir sehen.
 

11.01.2026

Der Morgen graut, uns graut es auch, aber wir müssen weiter in Richtung Heimat. Entgegen sämtlichen Voraussagen ist auf den Straßen nix los und es liegt kaum Schnee. Lediglich, als wir in Haustein Frühstückspause machen, ist es dort etwas eingepudert.

Ein wenig rutschig ist es dann noch bei uns den Berg hinauf. Die Nachbarin sagt, es wurde heute nicht gestreut. Aber gut, wir sind nun wieder hier und überlegen, was wir als nächstes machen.

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