22.10.25
Um ehrlich zu sein, haben wir dieses Mal unseren Kurzurlaub nach den Stellplätzen von CCP (CampingCar Park) ausgesucht. Und wir haben die Plätze reserviert, obwohl das eigentlich nicht (mehr) unser Ding ist. Hintergrund ist: Wir wollen Tagesausflüge machen und dann wieder auf den Stellplatz zurückzukehren. Für die Tagesausflüge haben wir uns eine Übersicht gemacht, was alles gut erreichbar ist. Was wir davon schlussendlich besichtigen und was nicht, hängt von Wetter und Tagesform ab.
Jan kann früher Feierabend machen und wir können am Mittwoch so rechtzeitig los, dass wir gleich bis zum ersten Stellplatz durchfahren können.




Ziel ist Dambach-la-Ville. Der Ort ist nicht so bekannt wie Colmar oder Straßburg, obwohl er nicht weit entfernt davon ist. Und wir finden das auch völlig ok, da wir ja mit den Hunden unterwegs sind. Wir haben in der Vergangenheit trainiert und eigentlich sollten Stadtspaziergänge entspannter werden.
Der Stellplatz von CCP in Dambach-la-Ville ist wieder ein Volltreffer: sehr sauber, sehr schön gelegen und gut erreichbar. Der Tag war anstrengend und so passiert nicht mehr viel.
23.10.2025
Um alle Wettervorhersagen getreulich zu erfüllen, trommelt der Regen die ganze Nacht aufs Dächle. Es wird Morgen, Maxl möchte sich die Bäume ansehen und so verhülle ich mich wasserdicht und wir wackeln los.
Nebenan gibt es ein paar Outdoor-Fitnessgeräte, einen Picknickplatz und einen kleinen Parcours mit Wellen, Kurven, steileren Gefällen, Steilkurven etc. Diese Plätze gibt es öfter und sie dienen dazu, Klein- und Kleinstkindern die sichere Beherrschung von Fahrrädern näher zu bringen. Eine gute Sache, wie wir finden.
Bei unserer gestrigen Anreise konnten wir beobachten, wie Angestellte der Gemeinde die Kreisverkehre für Halloween dekoriert haben. Heute waren die Arbeiten abgeschlossen.
Sélestat
Aber vordringlichstes Problem: Wir müssen zum Einkaufen. Der nächste E.Leclerc ist ist nicht weit in Sélestat, also los. Der Himmel reisst auf und wir bekommen herrlichen Sonnenschein, der Wind bleibt.
Sélestat wollte ich schon immer mal anschauen. Irgendwo habe ich Fotos gesehen, etwas gelesen … Also erweitern wir das Einkaufen um eine Stadtbesichtigung und sind begeistert.
Man geht durch eines der Stadttore und wähnt sich um Jahrhunderte zurückversetzt.
Wir informieren uns im Internet: Die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz und 34 ihrer Bauwerke sind als historische Monumente geschützt, was sie zur drittreichsten Stadt des Elsass macht.
Die Hunde benehmen sich und wir können die alten Gassen und wunderschönen Fachwerkhäuser wirklich genießen, bevor wir wieder zum Stellplatz fahren.
Église Sainte-Foy
Église Sainte-Foy - und was ich im Internet dazu gefunden habe:
Das gegenwärtig sichtbare Kirchengebäude wurde 1170 bis 1180 mit von Friedrich Barbarossa gestifteten Geldern errichtet und zeichnet sich durch seine stilistische Einheitlichkeit und ausgewogenen Proportionen aus. Der romanische Stil mit seinen quadratischen Elementen und seiner Einfachheit ist gut zu erkennen. Die Kirche wurde aus rotem Sandstein und Granit der Vogesen erbaut. Das Querschiff ragt nur wenig über die Breite des Langhauses hinaus.
Eine quadratische Krypta aus dem 11. Jahrhundert ist noch erhalten. Diese wurde 1892 freigelegt.
Innen sind die verzierten Säulenkapitelle bemerkenswert ebenso die mächtige Kanzel im spätbarocken Stil. Die Kirche ist reich mit bemalten Figurenschmuck gestaltet.
Église Saint-Georges
Leider habe ich kein Foto von der Außenansicht, da die Kirche derzeit eingerüstet ist.
Im Internet finden sich die folgenden Informationen:
An der Stelle, an der heute die Kirche steht, befand sich im 8. Jahrhundert eine karolingische Taufkapelle, die zu einem von Karl dem Großen errichteten kaiserlichen Komplex gehörte. Dieser besuchte die Taufkapelle zur Weihnachtszeit im Jahr 775.
Der Bau der Kirche begann in den 1220er Jahren und setzte sich in mehreren Etappen bis ins 15. In dieser Zeit wurde der ursprüngliche Chor durch ein viel größeres Sanktuarium ersetzt, das mit zahlreichen Glasfenstern geschmückt war, von denen 55 noch original erhalten sind.
Anfang des 14. Jahrhunderts wurde mit dem Bau des westlichen Massivs begonnen, das mit dem 1490 fertiggestellten Glockenturm geschmückt ist.
In diesem Turm befinden sich 6 Glocken, von denen die erste, die "le bourdon" genannt wird, unter anderem mit dem Löwen von Sélestat verziert ist.
Mit seiner Höhe von 60 Metern ist der gotische Glockenturm der Kirche Saint-Georges de Sélestat eines der ersten sichtbaren Elemente, wenn man in Sélestat ankommt.
24.10.2025
In der Nacht lauschen wir wieder dem Trommelfeuer des Regens und hoffen, dass das Wetter auch mit zunehmender Helligkeit wieder ein Einsehen hat. Und ja - es klart auf, die Sonne kommt durch und wir können uns heute Dambach-la-Ville ansehen.
Wir gehen durch den Ort und treffen auf einen netten, sehr herzlichen Mann, der dem Charme unserer Fellnasen verfällt. Er erzählt davon, dass er mit seiner Tochter zusammen Ferienwohnungen ins seinem Hof ausbaut.
Die Hunde finden, zwei Tage hintereinander Stadtbesichtigungen sind schon anstrengend, und sind nicht mehr ganz so entspannt. Aber wir sehen einen Fortschritt.
Auch über diesen hübschen Ort holen wir uns unsere Informationen aus dem Netz.
Dambach-la-Ville gehört zu den etwas weniger bekannten Dörfern im Elsass. Das malerische Winzerstädtchen liegt nördlich von Sélestat an der Weinstraße. Im Sommer verziert üppiger, schöner Blumenschmuck die Stadt und so verdankt Dambach-la-Ville mehrere Auszeichnungen in einem nationalen Wettbewerb. Selbst jetzt im Spätherbst blüht es hier und da noch und man kann sich die sommerliche Blüte gut vorstellen.
Das alte Bürgerstädtchen besitzt einen 470 Ha und damit den größten Weinberg im Elsass. Das Symbol des Ortes ist der Bär mit Weinbecher. Hierzu gibt es eine Legende:
Einst wagte sich ein von Hunger getriebenes Kind in den tiefen Wald hinein. Dort entdeckte es einen Bären, der sich über große saftige Beeren hermachte. Die Menschen waren vom zarten Geschmack der Frucht so hingerissen, dass sie das Tier vertrieben, und seither werden in dieser wunderschönen sonnigen Region Weinreben angebaut.
Burgruine Ramstein
Wir fahren weiter, schließlich stehen noch einige Burgen auf unserem Zettel. So kommen wir zur Burgruine Ramstein. Wir parken und die beiden Jungs beschließen, den Berg zu erklimmen und die Burg zu erobern. Wir Mädels bleiben unten und hüten das Wohnmobil.
Zur Geschichte der Burg
Die Burg Ramstein wurde 1293 zur Unterstützung der Belagerung der benachbarten Burg Ortenberg von Otto von Ochsenstein erbaut. Nach dem Besitz durch die Familie Zorn von Bulach wurde sie im 15. Jahrhundert von den Straßburgern zerstört. Die Anlage bestand zunächst nur aus einem einfachen Turm und wurde erst später zu einer richtigen Burg ausgebaut, die im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstört wurde. Heute stehen nur noch die Außenmauer und zwei Geschütztürme, die 1793 zur Verteidigung des Eingangs zu den Vogesen errichtet wurden.
Burgruine Ortenberg
Jan ruft an: Bis zur Nachbarburg ist es nur ein Steinwurf. Die beiden Eroberer ziehen also weiter zur Burgruine Ortenberg.
Zur Geschichte der Burg
Die Burg wurde 1265 auf Initiative von Rudolf von Habsburg gegründet und befand sich noch im Bau, als sie zum ersten Mal von den Truppen des Straßburger Bischofs belagert wurde. Einige Jahre später wurde in der Nähe die Burg Ramstein errichtet. Die Burg Ortenberg wurde ausgehungert und fiel schließlich. Um 1300 wurde sie wieder aufgebaut, jedoch 1632 im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden geplündert und niedergebrannt.
Es gibt auch eine Sage zur Burg Ortenberg: Als der Herrscher Rudolf von Habsburg die Burg erbaute, plünderte der ehrgeizige Straßburger Bischof Walter von Geroldseck das Weilertal und verwüstete die Baustelle der Burg. Als er einige Monate später besiegt wurde, unterzeichnete er einen Friedensvertrag, der ihn zu Reparationszahlungen in Höhe von 700 Mark verpflichtete. Dank dieser finanziellen Hilfe konnte Rudolf 1265 die schönste elsässische Burg seiner Zeit bauen.
Andlau
Heute fahren wir noch zu unserem zweiten Stellplatz von CCP, nach Andlau.
Andlau liegt ebenfalls an der Elsässer Weinstraße zwischen Straßburg und Colmar in einer Senke umgeben von goldgelben Weinfeldern. Und schon bei der Anfahrt sehen wir den im Ort gelegenen Stellplatz. Allerdings wird es recht abenteuerlich, bis wir ihn erreichen. Im Örtchen sind an allen Ecken und Enden die Straßen aufgerissen, es wimmelt von Routes Barrées und von Déviations. Die Gassen werden teilweise besorgniserregend eng, aber Simba zieht den Bauch ein und wir kommen kratzerfrei nach der ein oder anderen Umkreisung des Stellplatzes auf selbigen. Auch hier sind wieder Spielplatz und Fahrradübungsplatz die Nachbarn.
Das Dorf wurde im Jahre 880 von der heiligen Richardis von Andlau im Schatten einer einflussreichen Abtei gegründet. Die auf der Freistätte der ehemaligen Abtei erbaute Abteikirche verfügt über das bemerkenswerteste verzierte geschnitzte Holzportal der romanischen Epoche in Europa.
Der Ort befindet sich zudem auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostella und auf der Route des Wanderwegs GR5.
Andlau ist ein besonders renommiertes Anbaugebiet. 3 Spitzenlagen befinden sich im Ortsgebiet: der Kastelberg, der Moenchberg und der Wiebelsberg. Die nach Osten und Süden ausgerichteten Hänge verfügen über ein eigenes Mikroklima, das den großen Elsässer Weinen ihr charakteristisches Aroma verleiht. Sylvaner, Pinot Blanc, Riesling, Muscat, Pinot Gris, Gewürztraminer und Pinot Noir entfalten auf diesen Böden ihr ganzes Potenzial.
Morgen werden wir uns das Städtchen genauer ansehen.
Übrigens: Andlau wurde 2014 in der Fernsehsendung „le Village préféreé des Français“ des Senders France 2 zum zweitliebsten Dorf der Franzosen gewählt.
Morgen werden wir uns das Städtchen genauer ansehen.
25.10.2025
Schade, dass es soviel Baustellen gibt. Der kleine Ort ist wirklich sehenswert. Es gibt einen kleinen Wildbach, der sich über den einen oder anderen kleinen Wasserfall seinen Weg entlang des Ortes bahnt. Wir genießen unseren Ausflug auch heute wieder bei schönstem Sonnenschein, nachdem wir noch morgens der Meinung waren, die Welt würde hier und jetzt untergehen. Die Hunde, die überall angeleint bleiben müssen, werden merklich angespannter an der Leine. Maxl fällt wieder in die Angewohnheit zurück, Fußgänger und Radfahrer anzukläffen. Es fehlt das Auspowern, aber das ist in diesen kleinen Orten leider nicht möglich. Wir gehen noch einmal ohne die Fellnasen los.
Für morgen steht der Mont Sainte Odile mit dem gleichnamigen Kloster auf dem Programm, also ab in die Federn.
26.10.2025
Guten Morgen, es ist Sonntag und was soll ich sagen? Es regnet. Wir überlegen. Sonntags einen Ausflug zu einem beliebten Ausflugsziel mit unseren Terriern? Vielleicht doch keine gute Idee. Gut, dann anders. Wir fahren schon mittags weiter nach Obernai und nicht erst abends. Gesagt, getan.
In Obernai gibt es keinen Platz von CCP, aber die Stadt bietet zwei große Parkplätze an, auf denen in einem jeweils abgegrenzten Bereich Wohnmobile kostenfrei stehen und übernachten dürfen. Einen dieser Plätze steuern wir an und stehen zu Fuße der Stadtmauer.
Auch Obernai liegt an der Weinstraße, aber im Gegensatz zu den beiden vorigen Orten haben wir es heute mit einer sehr touristischen Stadt zu tun. Ein Umstand, der nicht gerade Beifall bei unseren Fellnasen findet. Vor allem Maxl regt sich fürchterlich auf. Daher bringen wir die kleinen Monster auch schnell zurück ins Wohnmobil und machen uns dann noch einmal auf den Weg.
KI sagt, dass die Region um Obernai bereits in keltischer Zeit besiedelt war. Dann kamen die Römer und gründeten eine strategisch günstig gelegene Siedlung an der wichtigen Handelsstraße zwischen Straßburg und den Vogesen.
Im Mittelalter entwickelte sich das Städtchen weiter und wurde dann im 12. Jh. offiziell als Oberenheim erwähnt und gehörte zum Hl. Römischen Reich. Im 13. Jh. erhielt Obernai die Stadtrecht und wird zu einem wichtigen Handelszentrum, insbesondere für Weine und Getreide. Es folgte eine Blütezeit im 14.und15. Jh. die Stadtmauer wurde gebaut ebenso die Kirche St. Peter und Paul.
Im 16. Jh. wurde Obernai von den Auswirkungen der Reformation und den Religionskriegen betroffen. Es wechselten katholische und protestantische Herrscher einander ab. Nach dem 30-jährigen Krieg im 17. Jh. fiel Obernai an Frankreich. Die politische Bedeutung nahm ab, aber Obernai blieb ein regionales Handelszentrum.
Im 19. Jh. entwickelte sich Obernai zu einem Zentrum der Lder- und Schuhindustrie. Während der folgenden beiden Weltkriege wurde die Stadt schwer beschädigt. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Stadt zu einem beliebten Touristenziel, bekannt für seine Altstadt, den Weinbau und die elsässische Küche.
27.10.2025
Die Nacht verläuft - bis auf den allnächtlichen Regen - ruhig. Am Morgen hängen die Regenwolken tief am Himmel und es gibt im Gegensatz zu den bisherigen Tagen keinen Hinweis darauf, dass es besser werden könnte. Auch die Wetter-Apps winken ab - nee, vergiss es. Das wird heut nix mehr.
Na dann … Wir gehen in aller Ruhe einkaufen und machen uns dann auf den Heimweg. Kaum sind wir in Deutschland - erstaunlicherweise wird gar nicht kontrolliert - beginnen die Staus, die uns auch während der restlichen Heimfahrt nicht mehr ganz verlassen.
Noch 45 Mal schlafen, dann können wir endlich wieder nach Frankreich.

































































































































































































































